Architektur im Loretto- Areal
Besonderheiten/Leitsätze:
Folgende Leitsätze kamen bei der städtebaulichen Entwicklung der Tübinger Südstadt besonders zum Tragen:
Verdichtung - Nutzungsmischung
Als "Quartier der kurzen Wege" sollte das gemischt genutzte Stadtgebiet eine Vielfalt an Möglichkeiten auf engem Raum bieten: Arbeiten, Wohnen, soziale Einrichtungen und Freizeitangebote, alles nebeneinander und bequem zu erreichen. So verpflichtet sich z.B. jede Baugruppe, dass es im Erdgeschoss ihres Hauses, Büros, Läden, Werkstätten gibt. Hierdurch entsteht ein lebendiger, urbaner Stadtteil. Bewohner profitieren von der vereinfachten Alltagsorganisation.
urbane Vielfalt anstatt Zersiedelung
Tübingen ist eine "Stadt in der Landschaft". Von Grünflächen und Naturschutzgebieten umgeben, bietet das Stadtgebiet nur noch wenige Möglichketen zu räumlichen Ausdehnung und ist daher auf die Nutzung städtischer Gebiete als Bauflächen angewiesen. Es gilt also der Grundatz, Wohnen auf engem Raum attraktiv zu machen, um weitere Flächenzersiedelungen zu vermeiden und bestehende Landschaft zu erhalten.
Bauen für jedermann
durch die spontane Organisation mit klar strukturierten Blöcken konnten private Baugemeinschaften mit bis zu 40 Parteien entstehen - hierdurch ist das Bauen im Lorettoviertel auch für Durchschnittsverdiener erschwinglich geworden. Die Regelvorgaben für den Bau schaffen einen Rahmen für Vielfalt, anstatt die Möglichkeiten einzuschränken.
Symbiose aus Alt und Neu
Vorhandene Kasernengebäude bleiben bestehen und werden integriert bzw. umgebaut. Hierdurch ensteht eine reizvolle Vermischung von Altem und Modernem.
Architekten im Loretto
Unter der Koordination des Stadtsanierungsamtes und der fachlichen Leitung des Architekturbüros LEHEN drei, das 1993 den städtebaulichen Wettbewerb für die Südstadt gewonnen hat, wurde durch die Gewinnung einer großen Zahl privater Bauherren eine vielfältige Architekturlandschaft geschaffen. An der Planung und Durchführung der Bauvorhaben waren u.a. folgende Architekten beteiligt:
- Ackermann & Raff
Architekten und Stadtplaner BDA, Tübingen - Architektenwerkgruppe
Rebmann, Rettenmeier & Garcia-Elzel, Tübingen - Baisch + Fritz
freie Architekten, Tübingen - Architekturbüro Georg Denninger, Nehren
- Gattermann + Schossig
Architekten und Generalplaner, Köln - Hochbauamt Tübingen
- Ikarus Architektur Andreas Stahl
freier Architekt, Tübingen - Kottkamp & Schneider
Freie Architekten VFA, Stuttgart - Krisch + Partner
Architekten BDA und Stadtplaner SRL, Tübingen - Nassal + Wiehl
freie Architekten und Stadtplaner, Tübingen - Architekturbüro Niemeyer, Tübingen
- Noenen + Albus
freie Architekten, Tübingen - Riehle + Partner
freie Architekten und Stadtplaner BDA, Reutlingen
Preise und Auszeichnungen:
Das Stadtsanierungsamt Tübingen (unter der Leitung von Andreas Feldtkeller) und das Stuttgarter Architekturbüro LEHEN drei haben für das Projekt "Städtebaulicher Entwicklungsbereich Stuttgarter Straße/Französisches Viertel" in den letzten Jahren internationale Anerkennung gefunden. So hat das Projekt u.a. folgende Auszeichnungen erhalten:
- 2001: "Deutscher Städtebaupreis"
- 2002: "Europäischer Städtebaupreis" in der Kategorie "Conversion and Renewal", zusammen mit dem südenglischen Projekt "The Village at Caterham". Es wurden insgesamt sechs Auszeichnungen unter 254 europäischen Bewerbern verliehen.
- 2004: 1. Preis "Städte und Gemeinden im Wandel", ein landesweiter Wettbewerb der AG Baden-Württembergischer Bausparkassen
- 2004: 2. Preis beim DIFA-AWARD als "bestes deutsches Quartier"
- 2004/2005: 1. Preis "Zukunftsfähige Stadterneuerung in Baden-Württemberg" des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg
